Fahrt der Tansania-AG des Kurt-Huber-Gymnasiums 2026

Wir haben auf unserer dreitägigen Fahrt in Benediktbeuern einige coole Spiele gespielt: sowohl einige Kennenlernspiele am ersten Tag als auch ein paar Lernspiele, die uns die Inhalte der Workshops spielerisch dargelegt haben. Besonders cool fanden wir ein Spiel, das die Teamarbeit stärken soll. Es funktioniert so ähnlich wie „Reise nach Jerusalem“, nur dass man im Team arbeitet. Alle tanzen zu Musik um Stühle herum und wenn die Musik stoppt, versuchen alle gleichzeitig zusammen auf den Stühlen zu balancieren. Wenn es alle geschafft haben, auf den Stühlen zu sein, wird ein Stuhl weggenommen, die Zahl der Teilnehmenden bleibt gleich. Nach einiger Zeit war es sehr eng, aber wir haben es geschafft mit 20 Mitspielenden auf vier Stühlen unterzukommen.
Ludwig und Richard

Am Freitag Vormittag haben wir uns für zwei Workshops aufgeteilt. Beide waren über Rassismus und kritisches Weißsein, einer für Einsteiger:innen und der andere für diejenigen von uns, die sich schon zuvor in Workshops mit dem Thema beschäftigt haben.

Hier zwei kurze Eindrücke vom Einsteiger:innen-Workshop mit der BtE Referentin Christina Pauls: Uns war nicht bewusst, dass Rassismus noch sehr verbreitet ist und Menschen wegen ihrer Hautfarbe oder auch Religion und Herkunft diskriminiert werden. Am Anfang haben wir auf einer Karte Figuren für die Bevölkerung und „Gold“-Süßigkeiten für Reichtum verteilt. Die Ergebnisse haben uns schockiert! Wir haben auch einen Film zu Kolonialismus gesehen und über alles miteinander gesprochen.
Valentin und August

Am Freitag in der Früh hat uns Christina in unserer Jugendherberge besucht und wir haben direkt mit einer Vorstellrunde angefangen, um uns besser kennen zu lernen. Im Anschluss haben wir ein Schätzspiel gespielt – die tatsächlichen Antworten hatten wir alle so nicht erwartet! Daher war es sehr interessant. Da das Thema unseres Workshops Rassismus war, haben wir ein kurzes Video angeschaut, welches sehr traurig war und in welchem man gesehen hat, wie Menschen mit anderer Hautfarbe schlechter behandelt wurden. Im Anschluss spielten wir noch ein Spiel, wo es auf unsere eine eigene Meinung ankam. Es war ein sehr schöner und interessanter Workshop mit Christina, wir würden ihn gerne wiederholen!
Elisabeth

Beim Fortgeschrittenen-Workshops mit der BtE Referentin Koko (Kharis Ikoko) haben wir nach einer Vorstellungsrunde Assoziationen zu kritischem Weißsein gesammelt. Anschließend haben wir einen kurzen Film aus den 60ern in den USA über Diskriminierung angeschaut, ein interaktives Spiel gespielt und dann alles auf unsere heutige Gesellschaft bezogen. Mit Kokos Methoden und durch den ausführlichen Austausch wurde uns nochmal bewusst wie privilegiert wir sind und dass wir uns gegen Diskriminierung und Ungleichheiten einsetzen müssen. Wir haben die Möglichkeit strukturell einen Unterschied zu machen.
Luna und Annie

An der AG Fahrt hat mir besonders der Workshop mit Koko gefallen. Wir haben zusammen das Thema kritisches Weißsein betrachtet und gelernt wie schnell Diskriminierung gegen eine bestimmte Gruppe Mensch entstehen kann und wie das geschieht.
Franzi

Unseren gemeinsamen Workshop am Freitagnachmittag hielt Okba. In einem sehr spannenden und interessanten Vortrag hat er uns seine Flucht aus Syrien geschildert und uns über die aktuelle Situation von geflüchteten Menschen in Deutschland informiert. Uns wurden spielerisch Zahlen und Fakten über Flüchtlinge in Deutschland und überall sonst auf der Welt nähergebracht. Er hat uns über Probleme mit Kultur und Integration mit einem Kartenspiel aufgeklärt und sehr viele von uns fanden diese Methode sehr toll. Zum Schluss haben wir noch seine Schwester angerufen, eine Lehrerin in Syrien. Wir haben sie viele Fragen über die aktuelle Lage in Syrien gefragt und sie hat sehr viel erzählt. Insgesamt sind wir der Meinung, das Okbas Workshop der beste war, denn wir JEMALS hatten.
Hannes, Josef, Abby und Jule

Das ist die spannende und faszinierende Geschichte, die uns Okba über sich erzählte: Er hatte ein tolles Leben in Syrien. Seine Mutter war Lehrerin und sein Vater Bauer, er studierte. Seit 2011 hat sich sein Leben grundlegend verändert, da leider der Krieg in Syrien anfing, bei dem auch seine Uni zerstört wurde. Durch seinen Job war er in der Türkei, dort riefen ihn seinen Eltern an und sagten ihm, dass er nicht zurückkommen solle. Das Militär hatte Freunde von Okba verhaftet, die sich wie er für Menschenrechte einsetzten. Er hatte große Angst. Eines Tages erhielt er eine Nachricht von einem Schlepper, der sagte, dass er ihn für 400 US Dollar mit einem tollen Schiff bis nach Griechenland bringen würde. Als er am Strand stand, sah er ein kleines Schlauchboot. Auf dieses sollte er mit 14 anderen Leuten. Es gab keine Schwimmwesten oder andere Sicherheitsmaßnamen. Es war also sehr gefährlich. Sie schafften es bis Griechenland und wurden dann direkt von der Polizei aufgehalten und ins Gefängnis geworfen. Nach ein paar Stunden bekamen sie ein Visum für 6 Monate, aber nicht länger. Okba wollte zu seinem Cousin nach Amsterdam. Als er das erste Mal versuchte mit dem Flugzeug nach Amsterdam zu fliegen, hatte er sich einen „italienischen“ Fake-Pass gekauft für 50 Euro. Also er der Security seinen Pass zeigte, waren sie sehr skeptisch. Sie sahen, dass der Pass italienisch war und holten einen italienischen Menschen, damit er mit ihm sprechen konnte. Da Okba aber kein einziges Wort Italienisch konnte, flog er auf. Er versuchte es immer und immer wieder, aber nie klappte es! Deshalb entschied er sich doch zu Fuß durch die Balkanstaaten zu laufen. Irgendwie schaffte er es schließlich nach Mazedonien und wurde von da aus von einem Schlepper nach Serbien gebracht. Es war sehr sehr anstrengend und er hatte viel Angst, entdeckt zu werden. Der Schlepper ließ sie nachts ohne Essen und Trinken und bei Minusgraden in einem serbischen Wald zurück. Sie dachten, dass sie erfrieren würden. Sie schafften es ins nächste Dorf und sie sahen eine verlassene Ruine, in die sie sich setzten. Auf einmal kamen ein paar serbische Leute. Er hatte große Angst, dass sie sie verraten und die Polizei holen würden. Doch sie waren sehr nett und brachten ihnen warme Decken, zu trinken und warmes Essen. Okba war ihnen sehr dankbar. Die serbischen Leute hatten aber Angst, dass die Flüchtlinge entdeckt werden. Deswegen brachten sie alle mit einem Traktor bis ins nächste Dorf. Von dort aus war Ungarn nicht mehr weit. Sie gaben ihnen den Tipp, dass sie an Silvester über die Grenze fliehen sollten, da dann keine Wachen dort seien. Sie hatten Recht: Die Gruppe kam ohne Probleme über die ungarische Grenze. Nun beschloss Okbas Gruppe, ihr ganzes Geld zusammenzukratzen, um mit dem Zug nach Österreich zu fahren. Sie fuhren dann noch weiter nach Deutschland und wurden direkt an der deutschen Grenze verhaftet. Aber die Polizisten waren sehr nett. Okba konnte einen Asylantrag stellen, so dass er jetzt das Recht hat, in Deutschland zu leben. Nun hat er einen tollen Job hier.
Liam

Bei der AG-Fahrt haben wir nicht nur durch Workshops dazugelernt, sondern auch für dieses Schuljahr geplant. Jede Meinung und Idee wurde aufgenommen und berücksichtigt. Wir haben schon angefangen ein Benefizkonzert, Verkäufe und Ausflüge zu planen. Ganz besonders wird der Besuch aus Emmaberg sein, den wir im Juli erwarten. Wir freuen uns schon auf die gemeinsame Zeit mit unseren Gästen.
Florence und Jessica

Die Fahrt mit der Tansania-AG war eine sehr schöne und spaßige Zeit. Die tollen Workshops mit Okba und Christina waren interessant und lustig. Wir haben viele verschiedene Themen besprochen. Auch die Zimmeraufteilung hat uns gut gefallen, wir durften uns selbst aussuchen, mit wem wir ins Zimmer wollten. Wir hatten eine schöne Zeit.
Jule, Aliyah und Eva