Der Girls’ Special Room an der Thomas Nyimbo Secondary School nimmt Gestalt an

Dank unserer ersten Mitgliedsbeiträge und Spenden für die Thomas Nyimbo Secondary School sowie der Einnahmen aus dem erfolgreichen ersten Weihnachtsbasar am Gymnasium Tegernsee im vergangenen Dezember konnten wir unser erstes gemeinsames Infrastrukturprojekt auf den Weg bringen: den Girls‘ Special Room.

Dieser wird derzeit in Zusammenarbeit mit unserer Partner-NGO Responsible Community in Education (RCE) fertiggestellt. Die Bilder dokumentieren den bisherigen Bauprozess und zeigen, wie das Gebäude Schritt für Schritt Gestalt angenommen hat. In den kommenden Wochen soll der Girls’ Room vollständig fertiggestellt werden.

Der Girls’ Special Room soll Mädchen während ihrer Menstruation einen geschützten Rückzugsort bieten. Dort haben sie künftig die Möglichkeit, sich zurückzuziehen, sich hygienisch zu versorgen und den Schulalltag geschützter und selbstbestimmter zu bewältigen. Gerade im ländlichen Raum – und so auch an der TNSS – fehlen dafür häufig geeignete Rückzugsmöglichkeiten, Waschmöglichkeiten sowie der Zugang zu Hygieneprodukten.

Viele Familien in der Region leben von Landwirtschaft oder kleinen Gelegenheitsarbeiten und verfügen nur über sehr geringe und unsichere Einkommen. Das durchschnittliche monatliche Haushaltseinkommen liegt häufig lediglich zwischen etwa 50 und 135 Euro. Gleichzeitig fehlen vielerorts grundlegende Voraussetzungen für einen sicheren und hygienischen Umgang mit der Menstruation: Wasser ist insbesondere während der Trockenzeit oft nur sehr eingeschränkt verfügbar, Waschmöglichkeiten und geeignete Rückzugsorte fehlen häufig. Erschwerend hinzu kommt, dass die Menstruation gesellschaftlich häufig tabuisiert wird, weshalb viele Mädchen Scham empfinden oder sich während ihrer Periode aus dem Schulalltag zurückziehen.

Die Folgen sind gravierend: Zahlreiche Schülerinnen bleiben regelmäßig dem Unterricht fern und verpassen wichtige Lerninhalte. Der Girls’ Special Room soll genau hier helfen und Mädchen einen würdevollen, sicheren und selbstbestimmten Umgang mit ihrer Menstruation ermöglichen. Ziel ist es, ihre regelmäßige Teilnahme am Unterricht zu sichern und damit langfristig ihre Bildungschancen zu verbessern.

Gleichzeitig macht das Projekt deutlich, dass es sich um eine komplexe Problematik handelt, die nicht allein durch einen einzelnen Raum gelöst werden kann. Deshalb möchten wir gemeinsam mit RCE und der Schule (sowie den anderen weiterführenden Schulen im Vereinsnetzwerk) auch die weiteren Herausforderungen in den Bereichen Wasserversorgung, Hygienebedingungen und Aufklärung angehen und die Bedingungen für die Schülerinnen vor Ort Schritt für Schritt verbessern.

Christina Sohn